Photovoltaik Kosten 2026: Preise, Förderung & Amortisation
Aktuelle Preise für 5–20 kWp Anlagen, Einspeisevergütungen, KfW-Finanzierung und die entscheidende politische Lage rund um EEG 2027 – kompakt erklärt.
Wichtig: Geplante EEG-Reform 2027
Laut Referentenentwurf soll die Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kWp ab Januar 2027 entfallen. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen – wer jetzt installiert, sichert sich noch 20 Jahre Einspeisevergütung. Mehr dazu ↓
💰 Photovoltaik Preise 2026: Was kostet eine Anlage?
Photovoltaikanlagen sind in Deutschland seit 2023 von der Mehrwertsteuer befreit (0 % MwSt. für Anlagen bis 30 kWp). Die Gesamtkosten für eine schlüsselfertige Anlage – inkl. Module, Wechselrichter, Montage und Anmeldung – lagen Anfang 2026 im Schnitt bei 1.200–1.600 €/kWp, sind aber seit April 2026 leicht gestiegen.
Modulpreise steigen seit April 2026
China hat seine Steuerrabatte auf PV-Exporte stufenweise abgeschafft: von 13 % (2024) über 9 % auf jetzt 0 % ab April 2026. Experten erwarten 10–15 % höhere Modulpreise bis Ende 2026. Wer plant, sollte jetzt Angebote einholen. EU-Strafzölle auf chinesische Module sind dagegen nicht geplant – die alten Zölle liefen 2018 aus und wurden nicht erneuert.
Preistabelle nach Anlagengröße (Juli 2026)
Schlüsselfertig, inkl. Montage & Anmeldung, ohne Speicher, 0 % MwSt.
| Anlagengröße | Geeignet für | Preis gesamt | Preis/kWp | Jahresertrag |
|---|---|---|---|---|
| 5 kWp | 1–2 Personen | 6.500 – 8.000 € | 1.440 € | ~4.750 kWh |
| 8 kWp | 2–4 Personen | 9.500 – 12.000 € | 1.350 € | ~7.600 kWh |
| 10 kWp | 3–5 Personen | 12.000 – 16.000 € | 1.400 € | ~9.500 kWh |
| 15 kWp | 4–6 Personen + E-Auto | 16.000 – 22.000 € | 1.267 € | ~14.250 kWh |
| 20 kWp | Großes Haus + E-Auto + Wärmepumpe | 20.000 – 28.000 € | 1.200 € | ~19.000 kWh |
Woraus setzt sich der Preis zusammen?
Solarmodule
30–40 %TOPCon (N-Typ) aktuell Standard. Preise: 50–100 €/Modul je nach Hersteller. Jinko, JA Solar, Longi zählen zu den günstigsten Marken.
Wechselrichter
10–20 %String-Wechselrichter (Fronius, SMA, Huawei, Deye) für Einfamilienhäuser Standard. Mit Hybridfunktion für Speicher ~500–1.500 € Aufpreis.
Montage & Installation
20–30 %Dachbefestigung, Verkabelung, Elektroanschluss. Größter Preisfaktor – hier ist regionale Preisunterschiede am größten (Süd teurer als Nord).
Anmeldung & Inbetriebnahme
5–10 %Marktstammdatenregister, Netzbetreiber-Anmeldung, Einspeisezähler. Oft im Paket des Installateure enthalten.
Batteriespeicher (optional)
+25–45 %10 kWh Nettokapazität: 4.000–5.000 €. Preise sind 2025–2026 stark gefallen (−15 % ggü. 2024). LiFePO4 Standard, mind. 4.000 Ladezyklen.
Wallbox (optional)
+600–1.200 €Empfehlung: go-eCharger oder WARP3 mit PV-Überschussladen. Separate Förderung über §14a EnWG möglich.
🔋 Batteriespeicher-Preise 2026
Nettokapa ≥ 315 €/kWh bis 470 €/kWh. Speicher steigern Eigenverbrauch von ~35 % auf ~65–75 %.
🔧 Eigenbau vs. Fachbetrieb: Was lohnt sich?
Eine 10 kWp Anlage selbst zu installieren kann bis zu 6.000 € sparen – aber Eigenbau ist nicht für jeden geeignet. Hier der ehrliche Vergleich.
🎯 Wer sollte was wählen?
- → Handwerkliche Erfahrung vorhanden
- → Eigenheim ohne kritische Dachkonstruktion
- → Zeit für 3–6 Wochen Projekt
- → Budget knapp – max. Ersparnis gewünscht
- → Kein Handwerk-Hintergrund
- → Komplexes Dach oder Denkmalschutz
- → KfW-Kredit geplant
- → Garantie & Rundum-Sorglos wichtig
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⚡ Einspeisevergütung 2026: Aktuelle Sätze
Wer eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb nimmt, erhält für 20 Jahre eine garantierte Einspeisevergütung – unabhängig von späteren Gesetzesänderungen. Die Sätze gelten für den Zeitpunkt der Inbetriebnahme und sinken monatlich um ~1 % (Degression). Ab August 2026 gelten leicht niedrigere Werte als im Juli 2026.
Einspeisevergütung Juli & August 2026
Quelle: §49 EEG 2023, Bundesnetzagentur. Ab Aug. gilt −1 % Degression.
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung | ||
|---|---|---|---|---|
| Juli 2026 | Aug. 2026 | Juli 2026 | Aug. 2026 | |
| ≤ 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 7,71 ct/kWh | 12,34 ct/kWh | 12,23 ct/kWh |
| 10–40 kWp | 6,73 ct/kWh | 6,66 ct/kWh | 10,35 ct/kWh | 10,25 ct/kWh |
| 40–100 kWp | 5,50 ct/kWh | 5,45 ct/kWh | – | – |
Teileinspeisung oder Volleinspeisung – was lohnt sich?
- Du nutzt deinen Solarstrom selbst (bis zu 37,2 ct/kWh Ersparnis)
- Überschuss wird eingespeist (7,78 ct/kWh)
- Für die meisten Einfamilienhäuser die bessere Wahl
- Höhere Vergütung (12,34 ct/kWh für ≤10 kWp)
- Kein Eigenverbrauch möglich (oder sehr gering)
- Lohnt sich nur wenn Eigenverbrauch unter ~15 % bleibt
Jede kWh, die du selbst verbrauchst, spart dir 37,2 Cent. Jede kWh, die du einspeist, bringt nur 7,78 Cent. Der Eigenverbrauch ist damit fast 5× wertvoller als die Einspeisung. Mit einem Batteriespeicher steigt die Eigenverbrauchsquote von ~35 % auf ~65–75 %.
⚠️ EEG 2027: Die politische Lage
Geplant: Ende der Einspeisevergütung ab 2027
Laut dem Referentenentwurf zum EEG 2027 soll die staatliche Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kWp ab 1. Januar 2027 entfallen. Betreiber müssten ihren Strom stattdessen selbst vermarkten (Direktvermarktung) oder nur durch Eigenverbrauch und Speicher profitieren.
Was ist beschlossen – was ist noch offen?
🔑 Das bedeutet für dich
- →Jetzt installieren = 20 Jahre Garantie sichern. Wer bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, erhält seinen Vergütungssatz für 20 Jahre – unabhängig davon, was das Parlament beschließt.
- →Eigenverbrauch wird wichtiger. Auch wenn die Vergütung entfällt – selbst genutzter Solarstrom lohnt sich immer: 37,2 ct/kWh gespart vs. Netzstrom.
- →Das Gesetz ist noch nicht final. Es gibt keine Panik-Garantie. Wer ohnehin plant, sollte jetzt nicht zögern – aber auch keine übereilten Entscheidungen treffen.
🏦 Förderung & Finanzierung 2026
KfW 270 – Erneuerbare Energien Standard
0 % Mehrwertsteuer
BEG – Bundesförderung für effiziente Gebäude
Regionale Förderprogramme
📋 Steuerliche Vereinfachung seit 2023
- Einkünfte aus Photovoltaik bis 30 kWp: steuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG)
- Keine Gewerbeanmeldung erforderlich für Kleinanlagen
- Umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung bleibt möglich
- 0 % MwSt. gilt auch rückwirkend für 2022 (vereinfacht: für Privatpersonen)
❓ Häufige Fragen
Was kostet eine 10 kWp Photovoltaikanlage 2026?▼
Eine schlüsselfertige 10 kWp Anlage kostet 2026 im Schnitt 12.000–16.000 € (Ø ca. 14.000 €). Inkl. Batteriespeicher (10 kWh) solltest du mit 17.500–21.500 € rechnen. Alle Preise ohne MwSt., da PV-Anlagen bis 30 kWp seit 2023 mit 0 % besteuert werden.
Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?▼
Typisch sind 8–12 Jahre. Optimal (Süddachausrichtung, hoher Eigenverbrauch >50 %, mit Speicher) erreicht man 7–8 Jahre. Mit Batteriespeicher dauert die Gesamtamortisation etwas länger, aber man erreicht höhere Eigenverbrauchsquoten (65–75 %), was bei steigenden Strompreisen zunehmend attraktiver wird.
Wird die Einspeisevergütung 2027 abgeschafft?▼
Laut Referentenentwurf zum EEG 2027 soll die staatliche Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kWp ab Januar 2027 entfallen. Das Gesetz ist jedoch noch nicht beschlossen – der Kabinettsbeschluss wurde mehrfach verschoben. Anlagen, die 2026 in Betrieb genommen werden, erhalten ihre 20-jährige Vergütung auf jeden Fall.
Lohnt sich Photovoltaik auch ohne Einspeisevergütung?▼
Ja – denn Eigenverbrauch ist ca. 5× wertvoller als Einspeisung. Bei einem Strompreis von 37,2 ct/kWh und Nulleinspeisung amortisiert sich eine 10 kWp Anlage mit 70 % Eigenverbrauchsquote (z.B. mit Speicher) in ca. 9–10 Jahren – und spart danach 20–30 Jahre lang weiter.
Warum werden Solarmodule 2026 teurer?▼
China hat seine Exportsteuerrabatte auf PV-Produkte schrittweise abgebaut: von 13 % (Nov. 2024) über 9 % auf 0 % seit April 2026. Experten erwarten 10–15 % höhere Modulpreise bis Ende 2026. EU-Strafzölle auf chinesische Module gibt es dagegen nicht – die alten Zölle liefen 2018 aus.
Wie groß sollte mein Batteriespeicher sein?▼
Faustregel: ~1 kWh Speicher pro kWp installierter Leistung. Eine 8 kWp Anlage passt gut zu einem 8–10 kWh Speicher. Günstiger gerechnet: Speicher deckt den Abendverbrauch ab (ca. 5–8 kWh bei 3-4-Personen-Haushalt). Zu groß ist verschwenderisch, zu klein schöpft das Potential nicht aus.
Kann ich die KfW-Förderung für eine PV-Anlage beantragen?▼
Ja – KfW 270 (Erneuerbare Energien Standard) bietet zinsgünstige Darlehen ab 3,77 % effektivem Jahreszins (Stand Jul 2026). Es gibt keinen direkten Zuschuss, aber 100 % Finanzierung der Nettoinvestitionskosten ist möglich. Antrag über deine Hausbank vor Baubeginn stellen.
Muss ich meine PV-Anlage beim Finanzamt anmelden?▼
Nein – seit 2023 sind Einkünfte aus PV-Anlagen bis 30 kWp steuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG). Keine Gewerbeanmeldung notwendig, keine Einkommensteuer auf Einnahmen. Du musst die Anlage nur im Marktstammdatenregister (MaStR) anmelden.
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